
Die Topthemen im neuesten Heft:
Sandra Gal: Mein Leben in den USA
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In Kaymers Wohnzimmer: Unterwegs in Abu Dhabi
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Training - Weg mit Yips!
Golf und Politik: Interview mit Innenminister Dr. Friedrich
Die Anlage von Wentworth im Südwesten Londons ist der Dreh- und Angelpunkt des europäischen Profigolfs. Auf dem noblen Anwesen, wo Prominente und Industriebosse residieren und gerne mal eine Runde drehen, hat auch die European Tour ihr Headquarter. Das jährliche Flagship-Event, die BMW PGA Championship, ist ein Aufgalopp der Weltklasse. Ein Turnier, welches das Prädikat "outstanding" verdient und das 2012 weit über 100.000 Zuschauer und darunter einen Deutschen begeisterte.
Der Schock saß tief nach der bitteren Champions League-Niederlage gegen Chelsea. So etwas in München als Sympathisant des FC Bayern mitzuerleben, ist grausam, ja, man möchte nie mehr aufstehen. Ausgerechnet gegen diese zusammengekaufte Defensiv-Söldnertruppe des russischen Milliardärs namens Ich-weiß-nicht-wohin-mit-meinem-Geld-also-kauf-ich-mir-einen-Fußballclub-Abramowitsch. Groß war die Freude auf London vor dem Finale, doch nun fühlte man sich wie ein Masochist. Wie gut, dass es nach Wentworth ging, den edlen Club. Und so ein Golfplatz ist ja überwiegend grün und nicht blau wie die „Blues“. Zudem denkt man sich, werden sie mit einem abgewatschten Bayern-Anhänger sicherlich liebevoll umgehen, einem auf die Schulter klopfen und sagen, dass sie Chelsea so gar nicht mögen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch beim manchmal angespannten Verhältnis zwischen Engländern und Deutschen.
Die Stimmung steigt spätestens beim Players` Awards Dinner der European Tour. Alle sind sie da und die meisten Pros tragen Smoking. Die Videos über die Höhepunkte der Saison 2011 sind herzergreifend und Luke Donald wird als Spieler des Jahres ausgezeichnet.
Man gönnt es ihm von Herzen. Seine Saison war unglaublich, außerdem unterstützt er die Spurs aus Tottenham. Pablo Larrazábal ist auch anwesend. Er, der Spanier, nickt. Er drückt sein Beileid aus. Er, als Fan des FC Barcelona, weiß, wie es sich anfühlt, wenn das Drogba-Ungeheuer zuschlägt. Die Anteilnahme eines Gleichgesinnten baut auf und die Freude auf das ProAm mit Masters-Sieger Charl Schwartzel ist riesig. Im Überschwang der Gefühle entscheide ich mich für ein gewagtes Polohemd mit FC Bayern-Emblem. Jawohl, Flagge zeigen. Augen zu und durch. Skeptische, belustigte Blicke streifen mich. Oh weh, Tausende Golffans sind auf der Anlage, um sich Pros und Prominenz anzuschauen. Vor dem Clubhaus, nervös auf den Turnierbeginn wartend, schüttelt ein Mann mit Glatze den Kopf. Er lächelt mitfühlend und ich verfalle in eine Schockstarre. Da steht der böse Onkel von Chelsea, Roberto di Matteo, dieser Drogba-wird`s-schon-richten-Trainer, vor mir. Es ist ein netter Smalltalk, schnell sagt er, dass Bayern sehr gut gewesen sei. Es geht noch um Drogbas Ausgleich, Robbens verschossenen Elfmeter, di Matteos Zukunft. Mein Herz rast und ich sehe diese Bilder wieder vor mir. Ein schrecklicher Schmerz und dann verabschiedet sich der Interimstrainer und Titelsammler zu seinem Tee mit Edoardo Molinari.
Ich selbst stapfe leicht bedröppelt davon. Dass mein Caddie auch Chelsea-Fan ist, was soll’s! Wie gut, dass bald die EM beginnt und sich das Blatt hoffentlich wendet. Matt führt mich zu Loch eins, wir sind der zweite Flight hinter Luke Donald. Der Engländer ist schon da und begrüßt alle mit einem freundlichen „Hallo, ich bin Luke“. Ein kurzes Interview, unzählige Autogramme, anschließend packt er sein Holz 3 aus und schlägt den Ball mit seinem unendlich ruhigen und schönen Schwung aufs Fairway. Donald geht zu seinem Flight, spricht seinen Amateuren nochmals Mut zu. Sie lachen alle, schlagen ab und gehen gemeinsam auf die Runde. Als ob sie wöchentlich zusammen spielen. Donald hatte das Eis sofort gebrochen. Schwartzel, der erfolgreiche Südafrikaner, ist anders. Ein netter und reservierter Mensch. Man stellt sich vor, wünscht sich nichts, er schlägt ab und spult sein Programm herunter. Fußball interessiert ihn übrigens auch nicht. Sein Ruf, dass er gerne telefoniert, bestätigt sich am ersten Loch. Der Pro hält immerhin großen Abstand zu seinem Flight, um den nicht auch noch akustisch zu irritieren. Die Situation für einen Amateur ist ungewohnt. Der West Course in Wentworth ist ein heiliger Rasen, dort ein ProAm zu spielen, ist ohnehin ein Adrenalinkick und dann noch mit einem Master-Champion im Flight. Das Herz pocht und die Birne glüht. Die Massen an Zuschauern machen´s nicht wirklich leichter. 18 Loch steht man unter permanenter Beobachtung. Und Schwartzel? Er ist dabei. Beantwortet freundlich und kurz die Fragen, gibt Autogramme und unterhält sich mit Ernie Els. Der ist gerade an Loch 8, während wir an der 11 abschlagen. Schwartzel hadert u. a. mit seinem Holz 3. Ein Telefonat und wenig später kommt der Servicemann des Ausrüsters mit mehreren Alternativen. Schwartzel lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen, er hat seinen Rhythmus und diesen zieht er durch. Nebenbei probiert er mehrere Schläger aus, immer und immer wieder. Am Schlussloch hat sein Flight längst abgeschlagen und wartet vergeblich auf ihn. Schwartzel steht noch immer auf seinem Abschlag und ballert dreimal über seine heutigen Partner hinweg. Okay, er kann’s. Die Chancen, dass er einen verzieht, sind minimal, angenehm war es trotzdem nicht. Der Weltklasseprofi setzt noch zum kurzen Plausch auf dem Schlussloch an, er freue sich, dass es so nett und unkompliziert („easy-going“) gewesen sei. Ein kurzes Händeschütteln, ein Foto und sofort war er weg, der Schwartzel Charl. Es war ein interessanter, lehrreicher und unvergesslicher Tag. Schwartzel wurde beim Turnier 18. Es siegte Luke Donald. Ach ja: Marcel Siem spielte mit dem siebten Platz erneut ein Topresultat ein. Martin Kaymer landete auf dem 15. Platz und Alex Cejka auf dem 49. Eine geschlossene Mannschaftsleistung der Deutschen – die EM kann kommen.
IG
"Adam wird noch viele Majors gewinnen". Das sagte Ernie Els 2012 nachdem er Adam Scott bei den British Open auf der Zielgerade überholt hatte. Der Südafrikaner lag richtig, Scott hat gleich beim ersten Major des Jahres zugeschlagen. Er gewann ausgerechnet das Masters, das prestigeträchtigste Turnier der Welt.
Marcel Siem holt sich den Sieg in Agadir, Tiger Woods ist zurück an der Spitze. Die beiden Pros feierten ihren ganz persönlichen bisherigen Jahres-Höhepunkt.
Marcel Siem hat den ersten deutschen Sieg in der aktuellen European Tour-Saison eingefahren: In Marokko dominierte er von Beginn an die Trophée Hassan II und verwies mit Runden von 64, 68, 69 und 70 Schlägen (Gesamt: -17) seine beiden Verfolger Mikko Ilonen (Finnland) und David Horsey (England) auf den geteilten zweiten Platz.
Maxi Kieffer ist nicht der Typ, der in seiner ersten offiziellen Saison als Mitglied der European Tour von Siegen oder Major-Teilnahmen spricht. Der Düsseldorfer macht einen Schritt nach dem anderen. Und das Tempo, das er dabei hinlegt, ist atemberaubend. Weiterlesen
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